Sport, Spiel und Spass für alle KanderstegerInnen


Der Turnverein Kandersteg bietet Aktivitäten in den folgenden Sektionen: Kinder & Jugend, Aktive Training und Volleyball, und Männerriege. Jedes Jahr organisert er das traditionelle Snow Volleyball Turnier und die TV Disco. Zudem hilft er bei der Organisation von anderen Veranstaltungen in und um Kandersteg. An der jährlichen Hauptversammlung werden der Verein und die sportlichen Veranstaltungen organisiert.Mach mit beim TV Kandersteg!

Hier findest Du die Mitglieder des Vorstandes 2019

Die nächste HV findet statt am Freitag 31. Januar 2010 im Restaurant Schweizerhof statt. Bitte Talon ausfüllen und an die HV mitbringen, oder als e-Mail an angeline.brouns@gmail.com senden. 

Die Protokolle der letzten Hauptversammlungen findest Du hier:


Die letzten HV Protokolle


110. HV

Datum:05.01.2018

 HV_2018_Protokoll_Hauptversammmlung__lr_1.pdf


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Alle Protokolle

Die Liste aller Protokolle findest Du hier:


Geschichte

Die Gründung am 18. Mai 1907

Bereits vor 175 Jahren, also anno 1832, wurde in Aarau ein eidgenössischer Turnverein gegründet. Der Autor der Statuten sagte damals in seinem einleitenden Referat unter anderem folgendes: „Der Zweck dieses schweizerischen Turnvereins ist ein hoher, heiliger Zweck; er soll ein Band werden, das die schweizerische Jünglinge aller Gauen unseres Vaterlandes umschlingen wird. Er soll nicht nur an Geist, sondern auch an Körper kräftige Söhne heranbilden, Söhne, die in Zeiten der Gefahr und Not der Völker Hoffnungen nicht trügen werden, denn in einem gesunden Körper wird auch der Geist gesunden und erstarken“.

Schon damals wurde versucht, das Turnen in möglichst weite Volksschichten zu tragen. Dieser Sinn fand auch in Kandersteg, wenn auch etwas steinigen, so doch auch guten Boden. Erfüllt von diesem Sinn der vom ETV ausströmte, waren auch einige tatkräftige Männer, die 1907 einen Turnverein Kandersteg ins Leben riefen. Wie war es damals vor 100 Jahren? Eine klare Antwort gibt uns das Protokoll der Gründungsversammlung.

Was waren eigentlich die Beweggründe dieser Herren, einen Turnverein zu gründen? Klare Antworten der genauen Hintergründe finden wir nicht. Um 1850 hatte sich die politische Gemeinde Kandersteg-Kandergrund von der Gemeinde Frutigen getrennt und 1908 machte sich Kandersteg schliesslich auf gemeindepolitischer Ebene gänzlich selbständig. Dies zeigt doch der Wille nach Eigenständigkeit und Unabhängigkeit in dieser Zeitepoche. Vermutungen, wonach der Tunnelbau das seine zur Vereins- gründung beigetragen hätte, kann mir niemand bestätigen. Der Lötschbergtunnel wurde zwar schon 2006 in Angriff genommen aber die Gründernamen schliessen eine Verbindung eher aus. Interessant ist, dass im Amt Frutigen bereits 1898 der Turnverein Frutigen gegründet wurde, viele Jahre später kamen dann 1936 der TV Reichenbach und 1948 der TV Aeschi dazu.

Wir lesen aus den Festschriften 50 und 75 Jahre TV:

Bald nach der Gründung wurden die Statuten aufgestellt, welche schon an der Versammlung vom 26. Mai 1907 - 8 Tage nach der Gründungsversammlung - genehmigt wurden. Auch wurde an dieser Versammlung der Vorstand definitiv wie folgt bestellt:

Präsident: A. Matti, Posthalter

Oberturner: Chr. Bichsel

Sekretär: Wilhelm Bohny

Kassier: Johann Hari

Zeugwart: Alfred Hari

Ebenfalls an dieser Versammlung wurden als Aktivmitglieder aufgenommen: Schneider Hans, Rosser Johann, Hari Gottlieb, Ogi Samuel, Hari Simon, Künzi Fritz, Künzi Gottfried, Gyger Hans, Rosser Samuel, Peters, Grollmus August, Hari Alfred, Hari Johann, Müller Abraham, Hari Adolf, Künzi Peter, Holzer Adolf, Mann Fritz, Müller Hermann, Müller Wilhelm, Müller Gottfried und Müller Adolf. An späteren Versammlungen im Jahre 1907 wurden weiter aufgenommen: Rosser Rudolf, Kurzen Johann, Jenni J., Hänni W., Gilgians.


1907 - 1938

Wie wir sehen, hatte der Turnverein Kandersteg schon im Gründungsjahr 1907 einen sehr erfreulichen Zuwachs an Mitgliedern. Aber die Schwierigkeiten, die sich diesem jungen Verein entgegenstellten, bewirkten bald ein Nachlassen des Interesses und ein allmähliches Schwinden der Mitgliederzahl. Aber es gab gottlob auch solche, die trotz Schwierigkeiten und Widerwärtigkeiten bei der Stange blieben. Eine der ersten Schwierigkeiten war die Beschaffung von Turngeräten. Man beschaffte sich nur das Allernötigste und dieses auch nur leihweise. Aber auch mit dieser Mieterei machte man schlechte Erfahrungen. So bekam der Turnverein für einen Barren, den er anlässlich des Sommerfestes gemietet hatte, eine Rechnung von Fr. 52.-- für Miete und Beschädigung. Für die damalige Zeit ein enormer Betrag. Aber das Gartenfest, das im Sommer 1907 durchgeführt wurde, brachte einen finanziellen Erfolg. Damit konnte man sich vom Turnverein Frutigen einen älteren Barren kaufen.

Auch hatte man seine Not mit einem Übungslokal für den Winter. Freilich wurde dem Turnverein von der Gemeinde ein Lokal im Schulhaus zur Verfügung gestellt, aber das war zu wenig geräumig und vor allem zu wenig hoch. Als das Schulhaus neu gebaut wurde, offerierte der TV der Gemeinde, sich mit Fr. 2'000.-- zu beteiligen, wenn sie zugleich eine kleine Turnhalle erstellen würden. Dieses Angebot wurde aber überhört und es wurde ein Schulhaus ohne Turnlokalitäten erstellt. So musste sich der Turnverein bis 1909 gedulden, als im Hotel National ein Tanzsaal angebaut wurde und die Turner diesen bereitwillig zur Verfügung gestellt bekamen.

Im Jahre 1908 beteiligte sich der Turnverein am Oberländischen Bezirksturnfest, und im gleichen Jahr konnte der Verein am kantonalen Turnfest in Burgdorf seinen ersten Kranz holen. 1909 war es dem Verein sogar möglich, am Eidg. Turnfest in Lausanne teilzunehmen.

Wenn in den folgenden Jahren die Tätigkeit des Vereins auch etwas nachgelassen hatten, so war es den wenigen Mitgliedern doch immerhin noch möglich, im Sommer ein Waldfest oder ein Gartenfest und im Winter eine Turnvorstellung zu arrangieren. Aber am 17. April 1914 verstummten die Aufzeichnungen im Protokoll und erst im März 1921 erwachte der Verein zu neuem Leben bis zum Sommer 1922. Danach lag der Turnverein bis Oktober 1926 wieder in einem Dornrösschenschlaf. Vom Oktober 1926 regte sich der TV wieder für ein Jahr, um erneut bis 1939 in einen Dauerschlaf zu versinken.

Wenn auch der Turnverein seine Tätigkeit immer wieder einstellen musste, so kann man doch nicht von einem gänzlichen Verschwinden reden. Den Turnverein Kandersteg könnte man am ehesten mit einer Bergpflanze vergleichen, die da wächst und blüht, aber doch einige Male vom Fusse des Schicksals zertrete wurde. Aber trotz diesem Zertreten blieb doch die Wurzel im Boden und konnte immer wieder zu neuem Leben erwachen.


1939 - 1962

Aus welchem Jahr die alte Vereinsfahne stammt, konnte ich leider nicht ausfindig machen. Auf alle Fälle ist sie immer noch vorhanden, wenn auch nicht mehr in so gutem Zustand. Die zweite Fahne mit dem Kandersteger-Wappen und den 4 Turner-F wurde am 12. Juni 1965 im Hotel Bernerhof eingeweiht und begleitet uns immer noch an die Turnfeste, ab und zu zusammen mit den beiden Blumenhörnern.

Unser Verein wurde 1939 in den Oberländischen Turnverband aufgenommen, am 28. August 1946 in den Bernischen Kantonalturnverband.

Nach einer längeren Durststrecke war es 1939 wieder soweit - der Turnverein erwacht gemäss dem Bericht des langjährigen Oberturners und Präsidenten, Heinz Hartmann, zu neuem Leben:

Turnverein Kandersteg! Was war das für ein Begriff für uns junge Burschen! Es war im Jahre 1939, als wir hörten, Peter Schild sen. habe im Sinn, den seit vielen Jahren schlummernden Verein wieder ins Leben zurückzurufen. Und als wir gar eingeladen wurden, um an der Versammlung zur Neugründung des Vereins teilzunehmen, hatte unsere Begeisterung für das Turnen keine Grenzen. Neu lebte das Bild in meiner Erinnerung auf, dass ich nur noch schwach vor Augen hatte, als ich als ganz kleiner Bub der letzten Vorstellung des damaligen Turnvereins im National beiwohnte…Hei wie schwangen die Turner am Reck ihre Körper in halsbrecherischen Übungen, wie zauberhaft schön war die Nummer mit den Glühstäben und erst dann die uns fast himmelhoch scheinenden Pyramiden der Turner im weissen Gewand! Im Nu sah ich mich zurückversetzt an diese Turner-Vorstellung vor X Jahren, und im Geiste sahen wir jungen Bürschchen uns schon auf der Bühne, um es dem ehemaligen Turnverein gleich zu tun.

Ja, es war ein schöner Anfang, als Peter Schild mit uns, wir waren 24 Turner, die erste Vorstellung einübte. Es herrschte ein Kameradschaftsgeist, der seinesgleichen suchen konnte. So gelang es Peter Schild mit uns, die wir ja alle Anfänger waren, in einigen Wochen Erstaunliches zu leisten. Im Mai 1939 hatten wir dann also unsere ersehnte erste Vorstellung im Hotel National. Der Saal war zum Bersten voll, und diese erste Vorstellung war ein schöner Erfolg. Ein dankbares Publikum krönte mit grossem Beifall unsere Nummern. Einige Monate eifrigen Übens folgten. Aber jäh wurde unser Schaffen getrübt, als der Krieg ausbrach und die Meisten unseres Vereins einrücken mussten. Der Saal des „National“ wurde vom Militär beansprucht, so dass wir auf den Schulhausplatz und auf schönes Wetter angewiesen waren, wollten wir nicht jegliche Tätigkeit fallen lassen. Viele Jahre hindurch war fast niemand zu Hause. Einige Wenige hielten das Fähnlein des Vereins aufrecht, das wir nach vielleicht mehr als zehnjährigen Träumens im Glaskasten wieder hervorgeholt hatten und hochzuhalten gewillt waren. Selten waren wir mehr als 6 Mann an den Übungen und zeitweise musste die Tätigkeit darauf beschränkt bleiben, an Zusammenkünften des Vorstandes zu beraten und wir fragten uns oft: „Was nun?“ Als der damalige Präsident Adolf Meinen und ich noch allein übrig waren, um sich um den Verein zu bemühen, war es der Oberländische Vorstand, der uns aufmunterte, ja die Flinte nicht ins Korn zu werfen, nein im Gegenteil: „Kopf hoch, zusammenhalten, Euer junges Vereinsschifflein darf nicht schon untergehen.“ Wir fanden es nämlich nutzlos, noch dem Verbande anzugehören. Wenn auch oft mutlos, es uns aber selber nicht eingestehend, haben wir unternommen was in unserer Kraft lag. Mühsam haben wir während den schlimmsten Kriegsjahren die Interessen des Vereins vertreten. Allmählich besserte sich die Situation, als wieder einige Kameraden heimkehren konnten und der Turnbetrieb, wenn auch nur in bescheidenem Ausmass, aufgenommen werden konnte. Ja, wir brachten es wieder fertig, Vorstellungen zu geben, welche stets sehr gut besucht wurden.

In dieser Zeit wurde mir die Leitung des Turnvereins übertragen, obschon ich mich noch viel zu sehr als Anfänger fühlte. Doch auch dieser Anfang ging vorüber, und bald lernte ich die Freuden und Leiden eines Oberturners kennen.

Allzu gerne hätten wir einmal an einem Turnfest teilgenommen, doch das Geld, das wir nicht hatten, bereitete uns einige Sorgen. Das Eidg. Turnfest 1947 war in Sicht und da es in Bern stattfinden sollte, versuchten wir die nötigen Mittel aufzutreiben. Mir persönlich bereitete zwar das Turnen selber weit grössere Probleme. Von jeher haben wir schulentlassene Burschen ins Turnen eingeführt und wenn sie einiges konnten, zogen sie wieder fort und fehlten dem Verein als guter Stamm und Vorbild für die jüngsten Turner. Mit einigen Ausnahmen mussten wir immer wieder neue Turner anlernen. - Nun, die finanzielle Seite des Turnfestes half uns der ETV lösen, indem er uns mit einem namhaften Beitrag die Teilnahme ermöglichte. Mit Feuereifer wurde in der Folge auf das Fest hin geübt. Ich kann es am besten mit unserer ersten Vorstellung im Jahre 1939 vergleichen; der alte Geist von damals war wieder erwacht und die Teilnahme am „Eidgenössischen“ war für uns alle ein erstmaliges Erlebnis. Wohl alle meiner Kameraden warteten mit einigem Herzklopfen, als ich im Rechnungsbüro unser Resultat abholen konnte, welches entschied, ob wir einen Erstklass-Kranz mit heim nehmen konnten oder nicht. Wie leuchteten da die Gesichter, meiner Kameraden, als ich ihnen schon von weitem mit Kopfnicken und mit den Händen deutete, dass wir einen Kranz, den ersten Sektionskranz, erhalten würden. Ganz besonders freute mich aber auch mein erster Oberturner-Preis, ersorgte ich doch wohl am meisten die Abwicklung unserer turnerischen Arbeit, für die ich mich verantwortlich fühlte. - Und wo wir im Umzug mit der aufgepflanzten Sektions-Tafel „Kandersteg“ auftauchten, hallten uns die Rufe: „Bravo Kandersteg“ entgegen. Welch Freude, als wir in der dichten Zuschauermenge unseren ersten Oberturner Peter Schild erblickten, der uns zuwinkte und offensichtliche Freude zeigte. Und erst der Empfang am Kandersteger Bahnhof! Unser alter Peter ist uns vorausgereist und hat uns als erster beglückwünscht, inmitten einer grossen Menschenmenge. Dass aber auch die Musikgesellschaft uns zu Ehren spielte, erfüllte uns alle mit ehrlichem Stolz. So fand unser erstes „Eidgenössisches“ 1947 in Bern einen sehr erfreulichen Abschluss.

Wir haben seither noch einige Feste besucht, Kantonale und Oberländische, sie waren bestimmt auch alle sehr schön, aber das Berner Fest ist uns wohl noch in schönster Erinnerung.

Besondere Ehre gebührt aber unseren Skifahrern, welche für unsern Ort an den Turner-Skirennen ein recht gewichtiges Wort mitgeredet haben. Die Ski-Mannschaft des Turnvereins Kandersteg ist nicht umsonst bei den anderen Turnvereinen als scharfe Konkurrenz gefürchtet. So konnte unter anderem nebst vielen anderen Spitzenrängen 1955 am eidg. Turnerskirennen in St. Immier mit Künzi Fritz, Hodel Rudolf, Grossen Alfred, Künzi Walter, Rosser Fritz, Ogi Peter, Oskar und Kilian der 2. Rang errungen werden. 1945 wurde der Oberländische Ski-Turntag sogar in Kandersteg durchgeführt, obwohl es noch keine Sessel- und Stockbahn gab. Die Abfahrt wurde vom Öschinensee vorgesehen. Da die Teilnehmer von Gstaad da nicht hinunter fahren wollten, musste wohl oder übel eine andere Strecke gesucht werden. Die rund 120 Teilnehmer absolvierten dann eine Abfahrt von Üschenen ins Tal.

Fast 20 Jahre sind seit der Neugründung verflossen, gemischt mit Freud und Leid. Viele sind nicht mehr aktiv, teils aus beruflichen Gründen, andere sind invalid geworden, sind jedoch nicht minder um des Vereines Geschick interessiert. Einige sind sogar schon von uns gegangen, nach menschlichem Ermessen zu früh. Wir bewahren ihnen ein treues Andenken! .. Junge Leute kommen nach, das Turnen zu pflegen; Kameradschaft soll sein, wo immer es nur möglich ist, einander zu helfen in echtem Turnergeist:

„Frisch, Fromm, Froh, Frei“

 Aus dem Jahresbericht 1951 entnehme ich auszugsweise folgende Einträge:

„Das vergangene Jahr hat leider im TV keine rege Tätigkeit zu verzeichnen.“

„Das erste und einzige das unserem Verein Ehre einbrachte, war die erfolgreiche Teilnahme am Eidg. Turnerskitag im Schwarzsee.“

„Im Frühling führte uns die übliche Turnfahrt mit den Brettern über den „Roten Totz“ - leider konnte im Appellbüchlein nicht bei jedem Mitglied ein Anwesend eingetragen werden“

„am Eidg. Turnfest in Lausanne suchten die Zuschauer in den Strassen der Feststadt vergebens nach dem Täfeliträger des TV Kandersteg - obwohl eine Teilnahme an der HV beschlossen wurde“

„nach der Demission des Präsidenten traf an einer Versammlung der prov. Obmann verspätet ein, und gab mit zornigen Worten ebenfalls seine Demission bekannt“

„das Sommernachtsfest konnte schliesslich dank fleissiger Zusammenarbeit mit dem Damenturnverein Kandersteg (gegründet am 5. April 1940) zur Zufriedenheit aller Besucher stattfinden“

Wenn ich (aber auch andere) im Jahre 2007 manchmal das Gefühl haben, es laufe etwas harzig, die Turnbesuche könnten besser sein oder die Initiative lasse teilweise  zu wünschen übrig, so ist dies ebenso relativ wie das Alter unseres „jungen“ Vereins. Die Ausschnitte vor über 50 Jahren beweisen, dass (auch) damals nicht immer alles rund lief. Aber was ist schon rund?

Die Hauptsache ist, dass Du, der sich im Wohle der Allgemeinheit engagierst, dies mit voller Überzeugung und Zufriedenheit machst. Und stimmt’s halt mal nicht mehr, ist’s besser, Du nimmst den Hut und machst einem anderen Platz. Überlege Deinen Schritt aber stets gut, ehrenamtliche Vereinstätigkeit ist in einer Zeit von Materialismus und Hektik eine sinnvolle, wertvolle Arbeit für das Gemeinwesen.  

Im Weiteren ist in einem Gesuch an den Gemeinderat Kandersteg vom 26.11.1952 folgendes zu lesen:

Beleuchtung auf dem Schulhausplatz

Der TV Kandersteg stellt hiermit das höfliche Gesuch, um Erstellung einer Beleuchtung auf dem Schulhausplatz und zwar bei der Reckanlage. Allfällige Vorarbeiten, Grabarbeiten für Kabel etc. würden vom Turnverein selbst ausgeführt. In der Hoffnung, dass dieses Gesuch bewilligt werden kann.


grüsst Sie hochachtungsvoll
 Ns. des Turnvereins

Nach der Demissionswelle im 1951 gibt es doch bereits wieder Vereinsmitglieder, die sich um eine bessere Beleuchtung einsetzen!

Gemäss meinen Recherchen habe ich herausgefunden, dass wahrscheinlich im 1954 der erste Lottomatch im Bahnhofbuffet stattgefunden hat. Doch bereits ein Jahr später hat der Regierungsstatthalter den Lottomatch nicht bewilligt:

Einem Protokoll einer Vorstandssitzung vom 2.2.1963 entnehme ich folgendes:

„Da mangels eines geeigneten Lokals bei ungünstigen Witterungsverhältnissen keine Turnübungen stattfinden können, schlägt Präsident Finger vor, sich in solchen Fällen gleichwohl 1x pro Woche zu einem kameradschaftlichen Jass oder Kegelschub zu treffen. Dieser Vorschlag findet allgemeine Zustimmung durch die Versammlung.“

Der Präsident:   Rudolf Finger          Der Sekretär: Hans Kopp

Das Thema „Schlechtwetter“ und „ungeeignetes Lokal“ war schon früh ein Anliegen im Verein. Bereits 1948 wurde die Idee einer Turnhalle aufgeworfen. Das Übungslokal im National konnte den Bedürfnissen nicht mehr genügen. Auch sollte dem Schulsport ein grösseres Gewicht beigemessen werden. 


1963 - 1984

Am 20.11.1971 kann die neue Turnhalle Kandersteg mit Kongress-Saal endlich eröffnet werden. Auch wenn der Lift nicht bis ins UG reicht, die Turnergemeinde ist stolz. Im  Oberturnerbericht von Ueli Künzi steht’s wie folgt geschrieben:

Als junger Turner durfte ich miterleben, wie wir 1971 in die neue Turnhalle einziehen konnten. Von diesem Zeitpunkt an, konnten wir unabhängig, ob schlechtes Wetter oder Winter herrschte, unsere Turnstunden abhalten, auch die Infrastruktur (Duschen, usw.) waren in kurzer Zeit nicht mehr wegzudenken. Nach kurzer Zeit waren die Wochenabende in der Halle besetzt und der TV absolvierte sein Training jeweils Dienstags und Freitags und ein paar Jahre später war der Turnbetrieb ohne Halle nicht mehr denkbar. Die wesentlich besseren Platzverhältnisse veranlassten die Jungen vermehrt dem Turnverein beizutreten. 1972 war ein Grosskampfjahr, denn mit den Eidg. Turnerskitagen auf dem Stoos und dem Eidg. Turnfest Aarau gingen gleich zwei Grossanlässe in Szene.

Unser Oberturner, Toni Niedhart, wollte gleich beide Veranstaltungen besuchen, was natürlich ein grosses und strenges Programm nach sich zog. Zu meiner Freude konnte ich mich ins Skiteam qualifizieren. So reisten wir mit Abfahrts- und Langlaufskis gut ausgerüstet auf den Stoos. Unsere mässigen Leistungen im Riesenslalom konnten wir mit einer Superleistung im Langlauf wettmachen und diesen Eidg. Turnerskitag in der Stärkeklasse II zu unseren Gunsten entscheiden. Die Kameradschaft, das Erfolgserlebnis, all dies liess ein Turnerherz höher schlagen. So richtig motiviert und beflügelt von unserem Erfolg nahmen wir das Training für das Eidg. Turnfest in Aarau in Angriff. Mit Freude besammelten wir uns am Bahnhof zur Abfahrt nach Aarau. Die kleine Unsicherheit mit einem Spass verdeckend, kamen wir am Festort an. Die grosszügigen Anlagen, die vielen Turner, Lautsprecher und technische Einrichtungen, viele Zuschauer, das beeindruckte uns gewaltig. Mit der Ruhe und der Sicherheit unserer älteren Turner konnten wir uns auch an die Wettkampfverhältnisse gewöhnen. Schon bald musste der Oberturner den TV Kandersteg bereit melden, und jeder bot sein möglichstes.

Der Abend im Gelände der Festhallen wird sicher jedem in bester Erinnerung bleiben, und als die Sonne die ersten Strahlen ausschickte, wurden unsere Augendeckel immer schwerer. Für die guten Leistungen konnten wir einen  Lorbeerkranz an unsere Fahne hängen und mit Freude am Festumzug teilnehmen. Mit den allg. Übungen nahm das Fest seinen Höhepunkt, dann reisten wir glücklich nach Hause. Ein herzlicher Empfang der Damenriege und der Musikgesellschaft in Kandersteg beschloss unser Erlebnis. Am kant. Turnfest 1975 in Thun nahm unsere Sektion mit Erfolg teil. An Oberl. nahmen wir 1974 in Interlaken und 1977 in Worb teil. 1974 konnten wir in Zweisimmen unseren Titel am Eidg. Turnerskitag erfolgreich verteidigen. In den letzten Wintern nahmen wir an verschiedenen Skitagen mit Erfolg teil. 1980 erweiterten wir unser Vorturnergremium  mit Christian Egger, Adolf Egger und Fredi Grossen. Mit vereinten Kräften konnte die stetig anwachsende Turnerschar trainiert werden. 1981 stand ein weiteres kant. Turnfest auf dem Programm. Wir liessen die früher besuchten Turnfeste in Gedanken passieren und  entschieden uns, nach ein paar Jahren Unterbruch, eine Gymnastik einzuüben. Nach grossem Einsatz und Übungswille stellten wir uns gut gerüstet mit 23 Turnern und 4 Turnerinnen den Punkterichtern am kant. Turnfest in Bern. Die hervorragenden Turnanlagen spornten uns zu guten Leistungen in flotter Kameradschaft, ein herrlicher Empfang der Damenriege und Musikgesellschaft, schlossen wir ein weiteres Fest mit erfolg ab. 1981 wurde unsere Männerriege neu aktiviert. Nach einem Jahr kann man mit Freude feststellen, dass ein Bedürfnis besteht und mit viel Erfolg und Eifer geturnt wird. Für die Begeisterung unserer jungen Turner und für die schöne, gesunde Sportart wäre ein Ausbau unserer Aussenturnanlagen unbedingt nötig. Ich hoffe, dass die Gemeinde in absehbarer Zeit eine Lösung finden kann, damit auch der TV mit Zuversicht in die Zukunft blicken kann.

Das nächste Eidg. Turnfest 1984 in Winterthur steht vor der Türe; ich hoffe, dass wir wieder erfolgreich daran teilnehmen können.

Unter dem Motto: „Wer rastet, der rostet“ möchten wir weiter unsere körperliche und geistige Beweglichkeit trainieren und die Kameradschaft pflegen.

Turnerlied

Was zieht so munter das Tal entlang?

Eine Schar im weissen Gewand,

wie mutig brauset der volle Gesang,

die Töne sind mir bekannt.

Sie singen von Freiheit und Vaterland,

ich kenne die Scharen im weissen Gewand:

Hurra, hurra, hurra, hurra

Du fröhliche Turnerschar.

Die Turner ziehen ins grüne Feld

Hinaus zur männlichen Lust,

dass Übung kräftig die Glieder stählt,

mit Mut sich füllt die Brust.

Drum schreiten die Turner das Tal entlang,

drum tönet ihr mutiger, froher Gesang:

Hurra, hurra, hurra, hurra

Du fröhliche Turnerschar.

Es ist kein Graben zu tief, zu breit,

hinüber mit flüchtigem Fuss:

und trennet die Ufer der Strom so weit,

hinein in den tosenden Fluss:

Er teilt mit den Armen der Fluten Gewalt,

und aus den Wogen der Ruf noch erschallt:

Hurra, hurra, hurra, hurra

Du fröhliche Turnerschar.

So wirbt der Turner um Kraft und Mut

Mit Frührots freundlichem Strahl,

bis spät sich senket der Sonne Glut

und Nacht sich bettet im Tal.

Und klingt der Abendglocken Klang,

dann ziehen wir nach Hause mit fröhlichem Sang:

Hurra, hurra, hurra, hurra

Du fröhliche Turnerschar.


1984 - 2007

Mittlerweilen ist die Geschichte unseres Vereins so weit fortgeschritten, dass auch ich mich an Ereignisse zu erinnern vermag. Gerne denke ich an die Jugendriege zurück, wo  ich 1975 bei Peter Baer und später bei Toni Niedhart meine Turnerkarriere startete.

Nach der Jugi ging’s grob los. Mein erster Turnfestbesuch war als 17-jähriger Jüngling gleich das Eidgenössische in Winterthur und ein Jahr später bereits das einzig bekannte international besuchte Turnfest unseres Vereins, das Gauturnfest in der Deutschen Pfalz. Über diese Anlässe Details zu berichten würde aber zu weit führen. Ein Turnfest kann man eh nicht beschreiben, das muss man miterleben.

An folgenden Turnfesten und Turnerskirennen haben wir in den letzten Jahren teilgenommen:



JAHR

1984



FEST

Eidg. Turnfest Winterthur

STAERKE-
KLASSE

RANG
ANZ. SEKT
.

PUNKTE

1985

Gauturnfest Bad Dürkheim / Deutschland
Einladung durch Willy Goger, langjähriger 
Feriengast in Kandersteg




1987

Kant. Turnfest Biel-Bözingen




1988

Oberl. Turnerskirennen Grindelwald




1988

Oberl. Turnfest Brienz

6

11 / 16

111.103

1989

Eidg. Turnerskirennen Kandersteg/Frutigen
als Organisator; in der Presse war zu lesen: 
Superschnee, Superwetter, Superorganisation   




1989

Oberl. Turnfest Interlaken

6

12 / 21

112.678

1990

Oberl. Turnfest Oberdiessbach

6

10 / 18

113.294

1991

Oberl. Turnerskirennen Grindelwald/Habkern




1991

Eidg. Turnfest Luzern




1992

Oberl. Turnerskirennen Grindelwald




1992

Oberl. Turnfest Reichenbach



113.78

1993

Eidg. Turnerskirennen Melchsee-Frutt




1993

Kant. Turnfest Langenthal

5

15 / 54

114.99

1994

Oberl. Turnerskirennen Elsigen




1994

Seeländisches Turnfest Lyss

5

18 / 41

114.91

1995

Eidg. Turnerskirennen Grindelwald




1995

Eidg. Turnerskirennen Grindelwald

6

12

114.52

1995   

Seeländisches Turnfest Täufelen

6

4

114.93

1996

Eidg. Turnfest Bern

5

59 / 247

115.24

1997

Oberwalliser Turnfest Naters (4-teilig)

3

25 / 36

30.80

1997

Oberl. Turnfest Wilderswil (4-teilig)

6

8

31.10

1998

Oberl. Turnfest Frutigen (4-teilig)

5

10

34.19

1999

Kant. Turnfest Interlaken (4-teilig)

5

7 / 27

34.84

2000

Oberl. Turnfest  Thun-Strättligen


13


2001

Oberl. Turnfest Brienz

5

15 / 35

24.85

2002

Eidg. Turnfest Liestal

6

68 / 183


2003

Oberl. Turnfest Frutigen

6

7

26.32

2004

Oberwalliser Turnfest Naters




2004

Oberl. Turnerskitag Adelboden/Reichenbach




2005

Oberl. Turnerskitag  Adelboden
angemeldet aber nicht teilgenommen...




2005

Bündner-Glarner-Turnfest
prov. angemeldet - nicht teilgenommen...




2006

Oberl. Turnfest Reutigen

5

41 / 42

21.37

2007

Eidg. Turnfest Frauenfeld  




   

In den Statuten vom 26.5.1907 (revidiert am 1.5.1950, 9.1.1988 und 17.12.1998) steht geschrieben:

I. Zweck, Stellung und Ziel
Art. 3    
Er bezweckt körperliche Ausbildung seiner Mitglieder, Pflege und Förderung der Kameradschaft.

Zur körperlichen Ausbildung

Damals als frischer Schulabgänger war es noch ein Stolz, mit den Älteren Turnen zu dürfen. Wir wurden auch richtig gluschtig gemacht. Ab und zu war es uns nicht vergönnt, als älteste Jugiturner am Freitag mit dem Turnverein mitzumachen. So wurden wir behutsam zu den „Grossen“, zu denen wir hinauf schauten, herangezogen. 

Und nicht lange ging’s und wir gehörten auch zu denen! Wir machten beim Geräte- turnen, in der Leichtathletik, bei Bodenübungen, bei Spielen, im Winter bei Langlauf, bei Skifahren und beim Schlitteln mit. Und vor allem auch beim Barrenturnen - das war seit Jahren eine bevorzugte Disziplin, vor allem auch an Turnfesten. Aber das war für uns Jugendliche auch nichts Neues, denn bereits im Schulturnen machten wir u.a. mit diesem Gerät Bekanntschaft. Dann, wenn ein Turnfest näher kam, durfte nur noch in den weissen Geräteschuhen und den weissen Barrenhosen geturnt werden. Ganz wie es sich ziemt für einen stolzen Turner. Beharrlich übten wir den Handstand, das „Winkeli“, den Achselstand, die Schleifkippe, und wieder den Handstand - dann halt am Boden mit Hilfe der Kameraden wieder den Handstand, bis schliesslich die Kräfte aufgebraucht, die Geduld am Ende und der Abend mit einem Grenzball, einem Korbball oder Bänklischutten den Abschluss fand. Anschliessend hat auch der Durst gelöscht werden müssen. Zur Abwechslung auch mal mit einem Bier.

So richtig zur Sache ging’s dann, als Toni Niedhart Jun. Oberturner wurde. Mit einer gemischten Gymnastik (d.h. eine Gymnastik zusammen mit den Frauen) kam neuer Schwung ins Turnen. Dies erforderte natürlich auch viele Übungsstunden, um an den jeweiligen Festen eine ansprechende Note zu erreichen. Mancher Lehrling fühlte sich angesprochen und motiviert, in der Kleinfeldgymnastik mitzumachen und sein Bestes zu geben.

Wie mit jedem Trend nahm mit den Jahren auch hier das Interesse ab, bis schliesslich im letzten Jahr nebst der Gymnastik ebenfalls das Barrenturnen aus unserem Tätigkeitsprogramm gestrichen werden musste. Immer mehr langjährige Turnerkollegen wechselten letztendlich in die Männerriege, was auch keinem zu verübeln ist - im Gegenteil. Die Männerriege - wie bereits gelesen im 1981 wiederbelebt - kann auf 25 aktive Jahre zurück blicken. Die Volleygruppe bestritt in den letzten Jahren erfolgreich eine MR-Meisterschaft. Volleyball ist in letzter Zeit eh ein wichtigeres Thema geworden. Der, durch Ueli Künzi ins Leben gerufene, Mohrenkopfcup hat jeweils mit den Männern, Damen und TV-lern ein grosses Teilnehmerfeld. Wer aber nährt noch den TV, da ja immer mehr Mitglieder in die Männerriege wechseln?

Da in den Jahren 1995 - 1999 gerade mal 2 neue Aktivmitglieder in den Verein aufgenommen werden konnten, musste endlich was passieren. Die Einführung von Unihockey konnte diesen Trend stoppen. 2000 - 2004 sind dem Verein 26 junge Turner beigetreten. Auch wenn diese nicht mehr in erster Linie an den Barren hangen, hat dies doch zu neuem, willkommenem Leben geführt. Zum Multi-Fight (Jahresmehrkampf) zählen beispielsweise folgende Disziplinen: Schneeschuhlaufen, Fassdaubenrennen, Fondueabend, Pistolenschiessen, Bikeausflug, Alpenrosen-Cup, Mini-Golf im Adler, Badminton, Doldenhornhütte, Schlitteln etc. und wird recht zahlreich besucht.

Ein wichtiger Teil der Vereinsarbeit ist nach wie vor die Jugendförderung. In der Jugendriege hat schon manch ehrenvolles Vereinsmitglied seine Turnerkarriere gestartet. Da es leider auch in diesem Bereich immer mehr an ehrenamtlichen Helfern fehlt, und zudem mangels Interesse der Jungen und teilweise auch der Eltern die Turngruppen immer kleiner wurden, haben wir vor einigen Jahren die Mädchen- und Knabenriegen zusammengeschlossen. Leider ist es uns bis dahin nicht gelungen, unsere Trainingsstunden über Jugend + Sport abzurechnen, was auch einen willkommenen finanziellen Zustupf in die Vereinskasse gäbe. Was nicht ist, kann ja bekanntlich aber noch werden.

 

Zu den Mitgliedern

91 Jahre war die Mitgliedschaft im Turnverein Kandersteg nur den Männern erlaubt. Durch die Initiative des Schweizerischen Turnverbandes (STV), wurden in den letzten Jahren vermehrt kantonale und regionale Verbände der Turner und Turnerinnen zusammengeschlossen. So fusionierten im 2002 die Oberländische Männerturn-Vereinigung (OMTV), der Oberländische Frauenturnverband (OFTV) und der Oberländische Turnverband (OTV) zum neuen Turnverband Berner Oberland (TBO).

Immer mehr Turnvereine und Damenturnvereine schliessen sich unter einem Dach zusammen.

Ausgehend von Mitgliedern des Damenturnvereins Kandersteg wurden diese Diskussionen auch in unserem Ort aufgenommen. Bis Heute ist es aber bei der Idee, die beiden Vereine zusammenzuschliessen, geblieben. In der Statutenrevision vom 17.12.1998 hat der TV Kandersteg beschlossen, auch Frauen die Mitgliedschaft zu ermöglichen. Bis dahin haben aber nur wenige weibliche Sportlerinnen davon Gebrauch gemacht. Die Nachteile einer Fusion scheinen noch zu überwiegen. Auch wenn der seit Jahren gemeinsam durchgeführte Lottomatch seit 1998 den Frauen überlassen wurde, ist die Zusammenarbeit der beiden Vereine doch sehr erfolgreich. Das diesjährige Eidg. Turnfest in Frauenfeld werden wir beispielsweise mit einer gemischten Riege besuchen.

 

Heute zählt unser Verein insgesamt 147 Mitglieder. 41 oder 28 % Aktive, 31 Männerriege entspricht gut einem Fünftel des Bestandes. Rund die Hälfte unserer Mitglieder sind Passive, meist ehemalige Turner, die aus Sympathie die Mitgliedschaft aufrecht erhalten haben. Aktuell zählen wir 16 Freimitglieder, die sich durch entsprechend zahlreiche Turnbesuche und/oder Vorstandsarbeit verdienstet haben. Das oberste Organ des TVK, die Hauptversammlung, kann ein Mitglied, das sich um das Turnwesen im allgemeinen oder um den TV Kandersteg im besonderen in hervorragender Weise verdient gemacht hat, zum Ehrenmitglied ernennen. Zurzeit sind dies Toni Niedhart sen., Adolf und Christian Egger. In den letzten Jahren mussten wir leider auch von langjährigen, verdienstvollen Kameraden Abschied nehmen - in Ehren gedenken wir an  Rudolf Finger, Walter Grossen und Fritz Hari, die sich über Jahrzehnte für unseren Sport eingesetzt haben und den Verein mitprägten.

Auch wenn die TV-Mitgliedschaft erst nach der Schule mit dem Beitritt in die Aktivriege besiegelt werden kann, möchte ich die Jugendriege nicht unerwähnt lassen. Der älteren Jugi, die durch den Turnverein geleitet wird, gehören Heute trotz gemischtem Angebot zusammen mit dem DTV rund 10 Knaben an. Die Mädchen haben entweder in diesem Alter noch kein Interesse an gleichaltrigen Buben, oder sie möchten dies nicht mit Turnen verbinden. Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele dieser Jungturner mit dem Turnwesen verbunden bleiben und in Zukunft zu Stützen unseres Vereins werden. Schliesslich hilft jedes Mitglied, sei es auch „nur“ mit seinem Passivbeitrag, den Verein tragen.   

Zur Pflege und Förderung der Kameradschaft   

Obwohl als letzter Teil des Art. 3 in den Statuten aufgeführt, ist die Kameradschaft auch ein wichtiger Punkt unseres Vereinslebens. Mit sportlichen Aktivitäten soll schlussendlich die Geselligkeit und Zusammengehörigkeit der TV-ler niemals zu kurz kommen. Dass dies nicht nur im Wirtshaus oder an Festen geschehen soll und geschieht, zeigen diverse gemeinsam organisierte Anlässe:

der von 1984 - 1997 durch die Initiative von Adolf Egger, Fredy und Ruedi Grossen durchgeführte Kandersteger Berglauf vom Blausee ins Üschinental, später zum Öschinensee; Teilnahmerekord im Jahr 1995 unter der Führung von Koni Hari - 130 Läufer, 14 Volksläufer und 90 Biker

  • 1989 Durchführung des Eidg. Turnerskirennens zusammen mit dem Turnverein Frutigen in Kandersteg und an Elsigen
  • seit 1994 Organisation der Turnverein Disco in der Altjahrswoche mit bis zu 700 Besuchern aus Nah und Fern; in den Anfängen im Kongresssaal, seit einigen Jahren wegen Einsturzgefahr der Decke in der Turnhalle
  • der x-mal im Zweijahresrhythmus durchgeführte Unterhaltungsabend zusammen mit dem DTV mit Mottos wie: „Ferienregion Lötschberg“, „Expo 02“, „Dorfleben in Kandersteg“, „Fernsehabend“, „Reise in die Welt“, „Sport am Wochenende“; in die beiden Vorführungen von 2002 und 2004 wurde jeweils ein Nachtessen ins Programm integriert und vor 1990 ergänzte ein  Theater die sportlichen Nummern. Leider ist der Unterhaltungsabend-Faden im 2004 gerissen - eine Fortführung der erfolgreichen Darbietungen wäre meines Erachtens wünschenswert.
  • in Zusammenarbeit mit dem DTV Organisation des Waterplayers 99 mit einer Spende von über CHF 1'000.-- an krebskranke Kinder
  • 2004 Durchführung der Delegiertenversammlung des TBO
  • 2005 zum „UNO-Jahr des Sports“; unter Mitwirkung des DTV Eröffnung  von zwei Ogi-Wegen in Begleitung von Werner Günthör Motto:  „Bewegen, Begegnen“
  • im Jubiläumsjahr 2007 Durchführung der Veteranentagung der Turnerveteranen Berner Oberland und zu guter Letzt unter Mitwirkung, wie könnte es anders sein, unseres Damenturnvereins Kandersteg sowie mit dem Bike-Plausch von Grossen-Sport das Jubiläumsfest 100 Jahre TV Kandersteg am 2. und 3. Juni 2007.

2008 - 2019

Der Text ist in Vorbereitung!